Freitag, 4. November 2011
Donnerstag, 3. November 2011
Ich melde mich mal wieder aus dem traumhaften Tansania
Und schon wieder sind einige Wochen ganz schön schnell
vergangen, seitdem ich mich das letzte Mal gemeldet habe. In kürzester Zeit
erlebe ich hier sehr viel.
Erst Mal, mir geht es super gut und ich fühle mich hier
richtig wohl!
Sooo fangen wir mal bei meiner Arbeit im Hospital an:
Die Arbeit auf der Kinderstation gefällt mir immer
besser, aber wird auch immer härter.
Ich weigere mich immer noch Zugänge zu legen. Ich möchte
mich nicht an den kleinen Kindern versuchen, die eh schon genügend Schmerzen
haben. Also widme ich mich lieber der Schreibarbeit auf der Station, was aber
nicht heißt, dass ich nicht unter den Patienten bin. Ich nehme die
Neuanmeldungen entgegen und bringe mal ein wenig Konzept in die
Verwaltungsbücher. Diese werden nämlich vernachlässigt und nicht so regelmäßig
geführt. Auch die monatlichen Tabellen mit der Anzahl der Patienten und deren
Krankheiten, sowie die Anzahl der Todesfälle in diesem Monat werden nicht
ordentlich aufgelistet. Fast alle Patienten, nein alle Patienten haben Malaria
und zusätzlich dann noch Lungenentzündung oder Durchfall, Asthma oder
Verstopfung, Herzprobleme und und und. Aber meistens werden sie nur gegen
Malaria behandelt. Auch wenn sie an Malaria eigentlich gar nicht erkrankt sind,
bekommen sie die Malariamedikamente. Die Patienten wollen nämlich eigentlich
nur die Diagnose Malaria hören, weil dafür es Medikamente gibt.
Lungenentzündung z.B. haben die meisten Aidskranken. Also wollen sie diese
Diagnose erstrecht nicht wahrhaben. Deswegen bevorzugen sie nur die
Malariabehandlung. Über die Krankheit Aids habe ich in keinem Buch den
geringsten Hinweis gefunden. Sie wird einfach totgeschwiegen!!! Wenn jemand
stirbt, dann nicht an Aids, sondern an Malaria. Wenn jemand krank ist, dann
kommt das nicht von seiner eigentlichen Krankheit Aids, sondern von Malaria. In
allen Büchern lese ich nur Malaria, Malaria und Malaria. Aber nicht das
Geringste steht über Aids in den Büchern. Also sind die Tabellen eigentlich
alle falsch, leider.
Neulich musste John darunter leiden, glaube ich. Ein
wirklich süßer kleiner Junge. Er kam so zu sagen fast am gleichen Tag wie ich
auf die Kinderstation- wir beiden waren die Frischlinge. Er hatte wie alle
Patienten Malaria, aber auch Lungenentzündung. Es ging ihm wirklich sehr
schlecht, diesem kleinen, dünnen, schwarzen Häufchen Etwas. Aber zu meiner
Freude kämpfte er sich Tag für Tag durch. Tag für Tag rang er mit dem Leben.
Und Tag für Tag gewann ER!! Ich dachte und hatte den Eindruck, dass es ihm Tag
für Tag besser gehen würde, aber das war ein Fehler. Nach 10 unendlich langen
und harten Tagen des Kampfes, hatte der kleine John nun keine Kraft mehr zum
Kämpfen. Seine Mutter hatte es nicht mal gemerkt. Sie kam zu uns ins
Behandlungszimmer mit ihrem leblosen Sohn im Arm. Wir konnten nichts mehr für
ihn machen. Es war alles umsonst. Ich stand da und begriff die Welt nicht mehr.
Was ist das für eine Welt in der wir leben? Ist sie gerecht? Warum musste ein
so kleines, unschuldiges Wesen, das von unserer eigentlich doch so schönen Welt
noch überhaupt nichts gesehen hat, nun doch schon sterben? Warum? Wer
entscheidet überhaupt über Tot und Leben? Wir selber?
Er lag so friedlich in den Armen seiner Mutter. Schön
sicher, geborgen und warm eingewickelt in seine Tücher, sodass es eigentlich
nur so aussah, als ob der kleine John einfach nur schlafen würde. Ja er schlief
auch und zwar für immer!!
Für die Toten gibt es eigentlich einen extra Raum, wo sie
aufbewahrt werden, bis die Krankenhausgebühren von den Angehörigen bezahlt
werden. Erst nach der Bezahlung werden die Leichen an die Familie gegeben. Doch
bis die Toten in diesen Raum kommen vergeht sehr viel Zeit, denn die gibt es
hier in Afrika ja zur Genüge. Das bedeutet, dass die toten Körper auf der
Station erst mal liegen bleiben. Meist liegen sie auf der Pritsche im
Behandlungszimmer neben den anderen noch lebenden Kindern, die gerade ihre
Infusion bekommen. Ist ein normaler Anblick hier! Wenn die Familie dann die
Toten holt, um sie bei sich im Dorf zu beerdigen, vergeht mal so ein halber bis
ganzer Tag. Na und wie werden die Toten nach Hause transportiert? Ist doch
klar! Im Dalla Dalla, der vollgestopft ist mit Menschen und Tieren. Da passt
ein Toter doch auch noch gut dazu!!
Wie eine afrikanische Beerdigung aussieht und abläuft
weiß ich noch nicht, aber ich denke es kommt darauf an welcher Religion die
tote Person angehörte, ob dem Christentum oder dem Islam. Auch denke ich, dass
es eine Rolle spielt wer gestorben ist, ob Frau oder Mann, Kind oder Greis.
Kurz gesagt welchen Stand hatte die tote Person in der Familie.
Zu meinen Aufgaben auf Station gehören noch
das Mitprotokolieren während der
Doctor‘s Round, die Entlassungspapiere der Patienten korrigieren und wenn nötig
(eigentlich immer) Fehlendes ergänzen. Außerdem die benötigten Medikamente und
medizinischen Utensilien, wie Spritzen und Verbände, aus dem Store holen. Beim
Putzen mithelfen und weil ich ab 12 Uhr meistens schon mit der Arbeit fertig
bin, habe ich mir noch eine neue Aufgabe gesucht. Seit Neustem gibt es auf der
Kinderstation auch noch von 12.00 bis 13.00 Uhr die Spiele- und Malstunde. Ich
dachte mir, dass doch auch die kranken Kinder am Tag eine schöne Stunde haben
können und in dieser Stunde vergessen sie dann all ihre Sorgen und Schmerzen.
Und da ich eh meistens schon mit meiner Arbeit früher fertig bin, habe ich
Raphael und die Stationsleitung gefragt, ob ich mit den Kleinen denn malen
dürfte. Sie waren natürlich total begeistert und nun gibt es montags, mittwochs
und donnerstags die Mal- und Spielestunde auf der Kinderstation. Vom 20.09-
23.09 war ich eh mit Hildegart in Songea und Peramiho unterwegs, unter anderem
um mir ein neues Handy zu kaufen und dann habe ich gleich auch für meine lieben
Krankenhauskinder eingekauft. Buntes Papier, Malstifte und ein paar
Kuscheltiere. Auch habe ich ein paar Plakate gemalt und sie überall im
Krankenhaus aufgehängt, damit sich die Malstunde herumspricht, nicht dass ich
sonst alleine sitze und kein Kind da ist. Am Montag den 24.09 war es dann für
meine erste „Kinderbespaßung“ soweit. Hildegart hat auch noch einige
Kuscheltiere, Malbücher und Stifte gespendet, die sie bei sich gefunden hatte.
Und so konnte ich frohen Mutes loslegen. Jetzt fehlten nur noch die Kinder. Ja
und so war es auch. Sie fehlten!! Keins traute sich, aber als das Erste
angefangen hatte, setzte sich das Zweite und Dritte auch schon dazu. Allerdings
war es schwieriger als erwartet. Ich wusste ja, dass auf der Kinderstation
zurzeit eher Babys sind, also rechnete ich gar nicht mit so vielen Kindern.
Aber die, die kamen wussten nicht mal was ein Stift ist und wie man ihn hält.
Also fing ich ganz von vorne an! Wie halte ich einen Stift? Was ist überhaupt
ein Stift? Das war ein sehr lehrreiches Erlebnis für mich! Am Ende allerdings
malten sie alle! Ach das war ein schöner Anblick! In der nächsten Malstunde war
sogar ein Junge mit seinem Vater dabei. Der Vater war, glaube ich, etwas
gebildeter und nutzte diese Gelegenheit sogar dazu, seinem Sohn die Zahlen von
1-10 beizubringen. Zum Schluss beherrschte sie der Kleine alle hervorragend! Da
ging mir mein Herz auf!! Und nicht nur der Kleine strahlte übers ganze Gesicht,
nein, ich auch!!!
In dieser Malstunde hatte
ich noch ein glückliches Erlebnis.
In den letzten beiden Wochen
waren zwei deutsche Ärzte hier. Ein Augenarzt und ein Chirurg. Der Chirurg
machte ganz viele Kropfoperationen und der Augenarzt operierte mit seinem Team
bis spät in die Nächte hinein. Natürlich nutzte ich diese Gelegenheit und
schaute bei ein paar Augenoperationen zu. Wirklich beeindruckend was für eine
überaus ruhige Hand man braucht. Die beiden Ärzte haben wirklich eine
hervorragende Arbeit hier geleistet, die von allen natürlich sehr geschätzt
wurde. Wir alle sind ihnen sehr dankbar und freuen uns schon auf Ihren nächsten
Besuch. Für mich war es ein spannendes Erlebnis! Mir standen Freudentränen in
den Augen, als wir einem 12 jährigen blinden Mädchen, das nur dunkel und hell
wahrnehmen konnte, bei der Nachvisite die Augenbinden von den Augen genommen
haben und sie nach all den Jahren der Blindheit zum ersten Mal sehen konnte.
Diese freudestrahlenden Augen und ihr überraschtes Gesicht werde ich NIEMALS mehr
in meinem Leben vergessen können! NIEMALS!!
Und zu meiner Überraschung
war dieses Mädchen auch das Erste, das zu meiner ersten Malstunde kam. Sie hat
wirklich ein wunderschönes Bild gemalt!!! Dieses Erlebnis hat mich so glücklich
gemacht und gestäkt!! Außerdem hat es mir gezeigt, wozu solche Arbeit doch
führen kann. Neben den vielen erschreckenden und grausamen Dingen, die man hier
erlebt, was für wunderwunderschöne es doch auch gibt. Und für diese lohnt sich
Alles!!! Wirklich Alles!!
Bei meiner Reise mit
Hildegart nach Songea und Peramiho habe ich bei den anderen Freiwilligen
gewohnt. Es tat gut sie mal wieder zu sehen. Natürlich haben wir uns kräftig
ausgetauscht und festgestellt, dass wir mit einigen Erlebnissen nicht alleine
sind, aber das doch auch jeder verschiedene Erlebnisse und andere Eindrücke
gemacht hat.
Durch Hildegart habe ich
Gabi in Peramiho kennen gelernt. Sie hat bei mir wirklich einen bleibenden
Eindruck hinterlassen. Sie ist einer der Menschen, die ihre eigene kleine Farm
in Afrika haben. Total schnuckelig, aber sehr sehr sehr viel Arbeit! Kraft,
Schweiß und gute Nerven sind hierfür notwendig! Ansonsten geht das nicht!!! Sie
lebt auf ihrer Farm ganz alleine mit ihren Tieren und versorgt sich selbst!
Neben meinen Aufgaben auf
der Kinderstation, habe ich noch das Vergnügen, den Laborschülern der
Litembolaborschule Computerunterricht zu geben. Sie haben nur Theorieunterricht
und keinen Lehrer für die Praxis, also fragte mich Raphael, ob ich sie nicht in
Word und PowerPoint unterrichten könnte. Natürlich machte ich ihm den Gefallen
und nun gebe ICH zweimal die Woche, dienstags und freitags, für zwei Stunden
Computerunterricht. Meine ersten Stunden liefen katastrophal. 52 Schüler und 16
Computer von denen 3 nicht tauglich waren. Wie soll man da unterrichten?? Also
erst mal diese große Gruppe teilen, dann sind es „nur noch“ 26! Wobei diese
Gruppe von 52 Schülern eine kleine ist. Normalerweise sind in Klassen ca.
zwischen 80 und 120 Schüler. Auch haben sie eine beträchtliche Altersspanne.
Sie sind zwischen 20 und 34 Jahren.
Inzwischen war ich schon in
Mbinga bei Kobi gewesen und habe noch 4 weitere Computer für meinen Unterricht
besorgt und die Kaputten repariert. Nun habe ich 20 Computer für jeweils 26
Schüler. Schon viel viel besser!! Mein Unterricht läuft inzwischen einwandfrei.
Die Schüler lernen eifrig und stellen sich bei Weitem nicht so ungeschickt an,
wie ich es anfangs gedacht bzw. befürchtet hatte. Ich habe mit ihnen
vereinbart, dass ich nicht nur ihre Lehrerein bin und sie nicht nur meine
Schüle, sondern auch umgekehrt. Ich lerne von ihnen Kiswaheli und sie von mir
den Umgang mit Word… Sie finden es klasse und sind genauso streng mit mir, wie
ich mit ihnen. Ich mache Fortschritte und sie auch! Wir verstehen uns Prima und
haben eine Menge Spaß miteinander.
Am 28.09. sollte ich mit dem
Krankenhausfahrer nach Mbinga düsen, um die neuen PCs abzuholen. Dann ist noch
eine Schwester aus dem Kloster hier mitgefahren, die das komplette Auto mit
Salz-, Getreidesäcken… beladen hat und eigentlich sollte einer unserer beiden
Doktoren noch mitfahren. Er war der eigentliche Grund für unsere längere Fahrt,
die uns über Songea führen sollte. Natürlich hatte er auch Gepäck, 2
Motorräder!!! Na das konnte was werden!! Es war das erste Mal hier, dass ich
erlebt habe, dass jemand nicht mitfahren konnte, weil das Auto wirklich bis auf
die kleinste Lück vollgestopft war. Und trotz dem vielen Gepäck passten
insgesamt 7 Personen in den Jeap. Und so unbequem ging die Fahrt bis nach
Songea, 3,5 Stunden. Dort luden wir den Doktor an seinem Elternhaus ab. Und er
lud uns noch zum Essen in eine Kneipe ein. Ugali & 1 komplettes Schwein
verdrückten wir zu 4! Hier wird mit den Händen gegessen. Das ist gar nicht so
leicht, aber es macht mir tierisch viel Spaß. Und schmecken tut es auch sehr
gut, wenn doch nur nicht alles so fettig wäre!!! Ich verstand mich wirklich
prima mit unserem Doc. Er ist erst 28, ist schon ein fertiger Doktor und möchte
nächstes oder übernächstes Jahr seinen Facharzt in Chirurgie machen. Aber jetzt
am 19.11 heißt es für ihn erst einmal HEIRATEN und ich bin auch herzlich
eingeladen worden mitzufeiern!! Bin schon sehr gespannt auf eine afrikanische
Hochzeit und seine Braut, die ich noch nicht kennen gelernt habe. Find es aber
richtig super, dass ich dabei sein darf!! Geheiratet und gefeiert wird nicht
hier in Litembo, sondern in Songea.
Meine Hundebabys entwickeln
sich prächtig! Laufen, laufen und plums sitzen sie wieder auf ihrem Popo! Total
goldich! Inzwischen fangen sie auch schon langsam an miteinander zu raufen! Das
sieht so süß aus! Da kann man ihnen Stunden lang zuschauen.
Aber erst waren es 5, dann
waren es nur noch 4 und jetzt sind es nur noch 3! Leider! Der 5 ist ja schon
sehr bald gestorben und der 4 ist auf sonderbare Art und Weise einfach
verschwunden! Angeblich soll er geklaut worden sein, aber das kann ich mir
nicht vorstellen! Das würde doch die Hundemama niemals zulassen!? Ich habe
allen noch keine Namen gegeben, da noch nicht genau feststeht welche bleiben
und welcher verkauft wird. Zum Selbstschutz so zu sagen, damit mir der Abschied
nicht ganz so schwer fällt!
Zu
Dea’s noch unbeantworteten Fragen!!!
1) Bist
du immer noch alleine im Gästehaus, oder gibt es Gesellschaft?
è Seit
diesem Dienstag habe ich neben meinen vielen ungebetenen Gästen ;-), einen
neuen Gast bekommen. Ein Mädchen in meinem Alter, die für ein paar Wochen mir
hier Gesellschaft leisten wird! Viel kann ich über sie noch nicht sagen. Ich
weiß bisher eigentlich nur, dass sie Magdalena heißt.
2) Was
gibt es denn so zum Essen, was schmeckt dir am besten, was am wenigsten?
è Fangen
wir mal bei Tagesbeginn an. Morgens gibt es Marmeladenbrot mit Kaffee oder Tee.
Außer am Wochenende, da wird bei Hildegart gefrühstückt. Das beste Frühstück in
ganz Tansania!!! Tomaten, Eier (gekocht und gespiegelt ;-) ), mit Wurst,
(Salami, Schinken oder Zwiebelwurst) mit Käse ( Camembert, Streich- und
Schnittkäse) und diversen Marmeladen (Pflaumen-, Orangen-, Ananas- und
Erdbeermarmelade) und zu guter Letzt dürfen natürlich das Obst (Papaya, Ananas,
Äpfel), die Plätzchen und Nüsse nicht vergessen werden.
Also ihr sehr ich werde von Hildegart bestens
versorgt!
Mittags gibt es entweder Reis, Kartoffeln,
Ugali oder ab und zu sogar selbstgemachte Nudeln (Spätzle oder Spagetti). Dazu
gibt es entweder Hühnchen oder Schweinefleisch und natürlich Bohnen in Erdnuss-
oder Kokosnusssoße oder auch Weißkraut oder Spinat.
Als ich mal einen schlechten Tag zu verdauen
hatte, ist mir zufällig die Köchin begegnet. Natürlich hat sie gemerkt, dass es
mir nicht so gut geht und deshalb extra für mich Pizza gemacht, damit ich auf
andere Gedanken komme. Total süß! Sie ist ein so netter Mensch und ich verstehe
mich sehr gut mit ihr. Zwar Kommunizieren wir nur mit Händen und Füßen und
meinem bisschen Kisuaheli miteinander, aber es klappt. Sie hat mir sogar schon
ihr Rezept für den Zitronenkuchen verraten und gezeigt. Den haben wir dann auch
gleich noch, schön warm wie er war, zusammen verdrückt. Köstlich!!
Für den Abend habe ich mir das Essen aus der
Küche abbestellt, da ich nicht zweimal am Tag warm essen und außerdem nicht als
Kugel nach Deutschland zurückkommen möchte. Also esse ich ein Wurst oder
Käsebrot.
Essen tue ich hier alles! Es schmeckt
wirklich sehr sehr gut! Ich verhungere nicht! Nein ganz im Gegenteil!! ICH
NEHME ZU!!! Sehr zu meinem bedauern!!!
5)Gibt es eine Möglichkeit Sachspenden an
euch zu senden? Natürlich keine LKW Ladungen, aber kleinere Spenden. Dann würde
ich mich mal um Materialien wie Braunülen für Kinder usw kümmern. Ob das so
klappt kann ich natürlich nicht versprechen. Gibt es denn in Deutschland
Menschen die regelmäßig zu euch kommen und etwas transportieren könnten?
à
Puuuuh das ist eine schwierige Frage! Also ich weiß, dass im November ein
Container von Deutschland nach Litembo geschickt werden soll. Weitere Infos hat
mein Vater und er nimmt hoffentlich mit dem Zuständigen Kontakt auf. Bitte
fragt ihn in diesen Dingen.
Ansonsten kann man es mit Päckchen versuchen,
jedoch weiß ich nicht ob die ankommen oder überhaupt durch den Zoll gelassen
werden.
Regelmäßige Besucher gibt es auch eher
weniger! Und der Punkt mit anderen Organisationen glaube ich ist auch eher
schlecht. Aber darüber bin ich nicht informiert!
6) Schon Volleyball oder Fußball gespielt?
Was machst du so in deiner Freizeit oder nach
Dienstschluß, wenn du nicht gerade einen Ausflug oder eine Safari machst? Hast
du schon Kontakte knüpfen können. Eine Freundin hast du ja schon gefunden.
è Nein!!! Das ist etwas schwieriger als
gedacht!! Die Doktoren spielen kein Volleyball mehr, da sie keinen Volleyball
mehr haben und außerdem nur noch zu zweit sind. Als ob man nicht einen kaufen
könnte! Denn es gibt doch mehr zu kaufen, als man sich eigentlich vorstellen
kann. Fußball ist, wenn überhaupt nur einmal im Monat und dann nur für Männer.
(Sie haben mich ganz komisch angeschaut, als ich danach fragte und dann war es
für mich klar, dass da eine Frau unerwünscht ist.)
Aber ich habe ja noch meine Laborschüler!!
Und da haben sich nun so manche Türen aufgetan. Ab und zu tanzen die Mädels
Modern Dance oder spielen Netball. Bin mal gespannt, morgen werde ich nämlich
das erste Mal mit Netball spielen. Mal sehen wie ich mich da so anstelle. Die
Jungs spielen ab und zu Fußball.
Also Folgerung: Jungs und Mädels machen
getrennten Sport, niemals zusammen!!!
7) Wie ist es so mit der Hirarchie im
Krankenhaus? Arbeiten die Ärzte und Schwestern eng zusammen oder bilden sie
eher zwei, voneinander getrennte, Gruppen?
à Das
ist eher schwierig zu beantworten. Ärzte fällt schon mal weg, da wir hier nur 2
Stück haben. Das Nächste wäre Clinical Officer, dann Nurse und Nurseassistence.
Alle sind ein Team, aber jeder hat seine speziellen Aufgaben. Es wird schon
miteinander geschäkert und gelacht. Es
ist einfach ganz anders als in deutschen Krankenhäusern. Das kann ich nicht
beschreiben. Auf jeden Fall ist es hier eine Gemeinschaft die zusammenhält, so
kommt es mir zumindest vor. Ich denke, dass es auch sehr viel damit
zusammenhängt, dass man hier „miteinander Wohnt“ und keiner alleine. D.h. in
einem kleinen Haus wohnen z.B. mehrere Nurces zusammen mit ihren Familien.
9)Werden die Patienten von ihren Familien
versorgt? Nur in Sachen Essen, oder auch bei der Pflege?
à Die
Patienten werden rund um die Uhr von ihren Familien versorgt. D.h. die
Angehörigen kochen für ihre Kranken, waschen sie und deren Kleidung sowie
auch das Bett und die Krankenzimmer. Das
einzige was die Angehörigen nicht machen, ist den Patienten die Medikamente
geben. Dafür sind die Nurces zuständig. Aber einige Angehörige sorgen auch
dafür, dass die Nurces die Medikamente nicht vergessen und dass sie diese den
Patienten zur rechten Zeit verabreichen.
Sooo ich bin mal am Ende
angelangt!! Ich hoffe ich konnte euch fast alle eure Fragen beantworten,
ansonsten schreibt es einfach auf den Blog dann werde ich es noch machen ;-)
Ich grüße euch alle ganz
herzlich aus dem inzwischen sehr heißen Litembo. Geschätzte 35°C dürften,
glaube ich, hinkommen. Ich habe gehört ihr friert alle inzwischen schön!? Naja
das kann ich von mir hier wirklich nicht behaupten;-)
Badai
Eure Nele
Samstag, 15. Oktober 2011
Neues aus Neles neuem Leben
Die Arbeit auf der Kinderstation macht mir sehr viel
Freude. Ich kann inzwischen schon kräftig mithelfen. Meine Arbeit besteht ua. darin
bei den Visiten mitzuhelfen, indem ich mitprotokolliere. Auch werde ich jeden
Tag aufs Neue gefragt, ob ich nicht einen Zugang legen möchte. Jeden Tag lehne
ich es wieder ab, da es gar nicht so leicht ist bei den Kindern eine Vene zu
finden. Zum einen, weil einige ziemlich unterernährt sind, zum anderen wegen
ihrer dunklen Haut. Die Krankenschwestern haben selber dabei ihre Schwierigkeiten
und müssen es oft mehrmals probieren. Die meisten Medikamente die wir auf der
Kinderstation benötigen sind Ampicillin, Paracetamol und Quinine.
Jeden Tag betrete
ich mit gemischten Gefühlen die Kinderstation. Was wird mich heute erwarten?
Hoffentlich ist kein Kind über Nacht gestorben? Wie viele Neuzugänge haben wir?
Wird das Kind es überleben?
Am Mittwoch habe ich das erste Mal miterlebt wie ein 3
Monate altes Baby sterben musste. Man konnte nichts mehr für das Baby tun. Es
lag einfach nur auf seiner Liege und ist so langsam aber sicher dem Leben
entwischt. Es war zu spät, die Ärzte haben sich nicht mehr getraut es zu
operieren. Wäre die Mutter ein paar Tage oder auch nur ein paar Stunden früher
gekommen, wäre es eine kleine OP gewesen, aber natürlich war es jetzt schon
viel zu spät. Der Kleine ist an inneren Blutungen langsam und elendig gestorben.
Wir konnten nur zusehen, abwarten und hoffen, dass er es bald geschafft hat!!
Krass!!!
Am gleichen Tag, als wäre es heute nicht schon genug
gewesen, ist noch ein weiteres Baby von uns gegangen. 7 Tage war es alt. Es hat
geschrien wie am Spieß, bis es still war und keinen Mucks mehr von sich gegeben
hat. Ich weiß nicht wieso, weshalb, warum!!
Ich weiß nur, dass ich für diesen Tag erledigt war.
Zweimal konnte man einfach nur zuschauen und nichts dagegen tun. Zweimal war es
zu spät! Beide hätten eigentlich nicht sterben müssen, wären die Eltern früher
ins Krankenhaus gekommen. In Deutschland wäre so etwas gar nicht möglich! Aber
hier ist es alltäglich!!
Alle Kinder hier sind so tapfer!! Das ist unglaublich!!
Wir haben im Krankenhaus z.B. nur eine
Nadelgröße! Die ganz dicken, großen Nadeln. Auch für die Kinder! Würde ich als
Kind solche in meinen Arm bekommen, ich glaube ich würde schreien, treten,
wegrennen. Ach ich weiß es nicht! Auf jeden Fall weiß ich, dass ich es nicht
einfach so, wie diese Kinder,es über mich ergehen ließe!
Aufregend ist es zu sehen, wie hier geputzt wird. Ob es
wirklich richtig was bringt bezweifle ich! Ich glaube eher, dass der Dreck nur
vom einen ins andere Eck gewischt wird.
Auch wird das Selbe Wasser für alle Räume verwendet. Geputzt wird
folgender Maßen: Der Raum wird geflutet, dann wird das Wasser mit einem
Schrubber im ganzen Zimmer verteilt und zum Schluss mit einem Lappen wieder
aufgesaugt. Als nächstes wird mit demselben aufgesaugten Dreckwasser der
nächste Raum wieder geflutet! Sinnvoll?!
Auch kann ich nicht verstehen warum die Krankenschwestern
so oft vergessen Handschuhe an zuziehen. Hier sind wirklich genügend vorhanden
und trotzdem sparen sie an allem. Leider auch an den Handschuhen. Für das Putzen
ziehen sie welche an und zum Zugang legen, wo wirklich ab und zu viel Blut
fließt, ziehen sie leider keine an. Da kann ich nur den Kopf schütteln und
sagen, wie kann man nur so dumm sein. Andererseits denke ich mir. Naja
vielleicht wissen sie, dass sie schon mit verschiedenen anderen Krankheiten
infiziert sind und nun eh nicht mehr aufpassen müssen. Aber ich weiß es nicht!
Ist nur so eine Überlegung von mir! Hier wird ja eh so viel verheimlicht und
vertuscht!
Vor kurzem wurde eine der Krankenschwestern von einer
Schlange gebissen. Hier im Krankenhaus gibt es kein Gegengift, da es viel zu
teuer ist und es sich eh niemand leisten kann. Auch ist die Aufbewahrung eines
solchen Gegenmittels ziemlich aufwändig. Und so hat man der Frau, anstelle von
dem Gegengift, schwarze Steine auf den Biss gelegt, mal sehen ob die helfen.
Man kann eigentlich nur hoffen, dass es keine Giftschlange gewesen ist,
ansonsten, daran will ich nicht denken.
Erfreulich ist, dass die Stationsleiterin von der
Kinderstation sehr nett zu mir ist. Sie ist nicht viel Älter als ich, 24. Ihr
Name ist Bernadeta. Es macht wirklich sehr viel Spaß mit ihr zusammen zu arbeiten.
Auch ist es toll von ihr, dass sie mir so geduldig Kiswahili beibringt. Sie ist
eine fabelhafte Lehrerin;-)
Am Donnerstag war der 13. und jeden Monat am 13 ist ein
großer Markt in Litembo. Also war ich natürlich dort, wie alle hier. Bernadeta
hat mich nämlich gefragt, ob ich mit ihr hin möchte. Da hab ich natürlich nicht
nein gesagt. Der Markt ist echt schön. Aber es ist ziemlich nervig, dass man
von allen angestarrt, als Wasungu bezeichnet und angelangt wird. So habe ich es
nicht mal gemerkt, obwohl ich wirklich sehr aufgepasst habe, da mich Bernadeta
schon vorgewarnt hat, dass ich beklaut werde. Nun habe ich kein Handy mehr! Na
toll! Das ist echt schlimm hier! Die Diebe sind wirklich sehr geschickt! Bei
ihr haben sie es auch versucht, sie hat es zum Glück gemerkt! Jetzt muss ich
sehen, wo ich ein neues Handy kaufen kann. Das ist gar nicht so einfach hier!!
Entweder in Mbinga oder in Songea, aber wann ich da das nächste Mal dort hinkomme
weiß ich noch nicht! Also heißt es für mich nun erst mal - ohne Handy leben!
Das ist hier sehr schwierig, da sehr viel miteinander telefoniert wird. Zum
Trost hat mich Bernadeta zu sich nach Hause mitgenommen zum Mandazi essen. Das
sind kleine Teigküchle, die im Fett gebacken sind und dadurch nur so von Fett
triefen. Aber leider, sehr zum Nachteil für die Figur, vorzüglich schmecken.
Auf dem Markt habe ich das erste Mal in meinem Leben Moa
(Zuckerrohr) gegessen. Mega süß und lecker! Aber es ist eine Kunst es zu essen!
Zurzeit habe ich 4 kleine Hundebabys hier im Garten. Zwei
darf ich hierbehalten, die anderen beiden werden bald verkauft. Dann habe ich
wenigstens zwei Wachhunde, die hier auf mich aufpassen und außerdem bin ich
nicht mehr so alleine ;-)
Naja so ganz alleine war ich noch nie, da ich immer
unerwünschte Gäste in meinem Zimmer habe. Ob Maus oder Gecko, Wurm oder Flöhe.
Irgendwer ist immer da. Leider! Aber jetzt habe ich raus gefunden, wie ich den
Flohbefall in meinem Zimmer bekämpfen kann. Mit Anti Brumm! Das ist das Einzige,
was gegen dieses Ungeziefer hilft. Nein ich mache keine Schleichwerbung!! Das
ist die wahre Tatsache. Gegen diese Tiere helfen kein Autan und auch kein
Nobite. Es hilft nur Anti Brumm ;-)
Letzten Freitag hatte ich die Möglichkeit mit nach Mbinga
zu fahren. Da habe ich dann mal Kobi, einen anderen Freiwilligen, besucht. Wie
haben etwas das Städtchen erkundet. Wirklich hübsch.
Die Fahrt nach Mbinga und wieder zurück war sehr
aufregend. Es war nämlich die letzten Tage über kein schönes Wetter. Genau das
Gegenteil wie man sich das Wetter in Afrika vorstellt! Regen und Kälte!
Dementsprechend sahen auch die Straßen aus. Die Fahrt dauerte anstatt den normalerweise
45 Minuten ca. 1,5 Stunden und war noch holpriger und rutschiger, als sie eh
schon ist. Auf der Fahrt haben wir auch mehrere Unfälle gesehen. Deswegen war
ich heil froh, als ich wieder in Litembo ankam.
Wie ihr seht bzw. lest merkt ihr, dass es mir gut geht,
aber dass das Leben hier gar nicht so einfach ist. Oftmals bzw. eigentlich
immer noch vergleiche ich Situationen hier mit Deutschland. Aber damit muss ich
endlich aufhören. Man kann das Leben, das Krankenhaus und die Arbeit im
Krankenhaus hier, nicht mit dem in Deutschland vergleichen. Das ist unmöglich!!
Wir müssen es mehr schätzen lernen, was wir eigentlich
alles in Deutschland haben!!! Wie gut es uns doch in Deutschland geht!! Was für
einen Luxus wir haben!!
Die Menschen hier haben den ganz bestimmt nicht!! Aber
sie sind trotzdem glücklich und leben zufrieden!
Montag, 3. Oktober 2011
Meine Adresse
Natürlich kann man mit mir auch sehr gerne auf die altmodische
Art Kontakt halten. Also hierfür meine Adresse in Tansania!! Bitte nur ein
Blatt pro Brief verwenden wenn man sichergehen möchte dass er auch wirklich ankommt.
Bei Päckchen bitte auf Englisch außen drauf schreiben was es enthält. Das ist
sicherer!! Dann wissen die vorher schon, dass es sich nicht lohnt das Päckchen
auf zu machenJ
Nele Kußmann
Litembo Hospital
P.O. Box 94 Peramiho
Tansania
Auch habe ich eine neue Handynummer.
00255 - 763942432
Von Dar es Salaam nach Litembo
Nele
meldet sich mal wieder!! Nein ich bin noch nicht verschollen!!
Wohlauf, gesund und munter bin ich am Freitag den
23.09.2011in Litembo angekommen. Inzwischen habe ich schon sehr viel erlebt.
Aber fangen wir mal ganz von vorne an.
In Dar es Salaam selber waren wir noch mal zum Abschied
alle gemeinsam samstags am Strand. Traumhaft! Sonntags bot sich, nachdem wir Frühs
in der Kirche waren, noch mal die Möglichkeit über den Kariakoo-Markt zu
schlendern. Diesmal jedoch ganz alleine. Erste Probe bestanden. Wir wurden
nicht ausgeraubt und haben auch erfolgreich unsere erste Dalla-Dallafahrt gemeistert.
Es war ziemlich eng und sehr holperig. Wie immer nämlich war das Dalla-Dalla
voll. Aber irgendwie passten trotzdem noch weitere Personen hinein. Es ist schon
nicht ungefährlich so eine Dalla-Dallafahrt.
Unsere Abreise in Chamazi gestaltete sich schwieriger als
gedacht. Es war mal wieder Geduld gefragt. Denn was man hier sehr schnell
lernen muss, ist sich in Geduld zu üben. Die Afrikaner haben sehr viel Zeit und
sprechen sich auch leider nur viel zu selten miteinander ab. So verschob sich
unsere Abreise in Chamazi leider um einen Tag. Lustiger weise traf ich jedoch
auf Hildegard. Sie ist die einzige Deutsche die seit Jahren in Litembo wohnt.
Von ihr erfuhr ich, dass eigentlich niemand weiß dass ich komme. So viel zur fehlenden Kommunikation der
Afrikaner. Von ihr hatte ich Raphaels Handynummer bekommen. Er ist mein
Ansprechpartner/ Betreuer vor Ort.
Am Donnerstag (22.09.2011) ging es endlich los.
Die Busfahrt von Dar es Salaam kam mir endlos vor. Ich
konnte es nämlich kaum erwarten in Litembo anzukommen. Es dauerte 15 Stunden
von Dar es Salaam bis nach Songea. Dort wurden wir von Benediktinern aus Peramiho
abgeholt. Und übernachteten auch eine Nacht dort. Am nächsten Morgen konnte ich
bei ein paar Schwestern die zufälligerweise auch nach Litembo mussten im Jeep
mitfahren. Leider war für Kobi und Vera kein Platz mehr. Die sollten dann
samstags von Jemandem nach Mbinga mitgenommen werden.
Die Straßenverhältnisse veränderten sich mit der Zeit und
der zurückgelegten Strecke. Anfangs noch Teerstraße, über gewalzte Straße, über
Weg zum Feldweg bis hin zum Holperpfad. J
Aufregend!
Aber nicht nur die Straßenverhältnisse veränderten sich.
Die Vegetation auch. Von Strand mit Palmen, über Flachland und Steppe bis hoch
hinauf in die Berge.
Litembo
Traumhaft!!!
Wunderschön!! Atemberaubend!!
Ein klitzekleines Dorf bestehend aus dem Hospital, einer
Schule und dem Klosterkomplex. Das war`s! Süß, schnuckelig und klein! Aber
wunderschön gelegen! Meine Unterkunft, das Gästehaus liegt gleich unterhalb vom
Krankenhaus. Es ist sehr liebevoll eingerichtet. Und hat eine schöne Veranda
mit fantastischem Ausblick über das Tal.
Zu meinem Bedauern gibt es in Litembo leider nur sehr
wenig Papayabäume, wegen des kühleren Klimas. Jedoch findet man massenhaft
Aprikosen- und Pflaumenbäume, Bananenstauden zwischen den vielen
Kaffeepflanzen, die zum Schatten dienen, damit die Kaffeebäume noch besser
gedeihen können.
Hospital
Samstags bekomme ich zusammen mit Susanne, die von der
Organisation Medeor für eine Woche aus Deutschland vor Ort ist um zu
überprüfen, ob die Spendengelder angekommen und richtig investiert worden sind,
eine kleine Führung von Raphael durchs Hospital. Diesen Montag (3.10.) werde
ich im Krankenhaus auf der Kinderstation zu meiner ersten Schicht antreten.
Beginn ist um 8:00 Uhr -13:00 Uhr. Dann ist für eine Stunde Mittagspause. Um
14:00 Uhr geht es dann weiter bis 15:30 Uhr. Für mich allerdings im Büro. Dort
werde ich Raphael etwas unterstützen.
So wird der erste Monat für mich ablaufen. Jeden
Monatsanfang werde ich dann auf einer neuen Station anfangen. So habe ich die
Möglichkeit alle Stationen intensiv kennen zu lernen.
Näheres zum Krankenhaus füge ich mit der Zeit zu
„Hospital“ hinzu.
Erste
Erlebnisse
Raphael hat mir letzte Woche angeboten mit ihm und
Susanne für 6 Tage durchs Land zu reisen und verschiedene Outbackstationen und
Malariaprojekte zu besichtigen. Ich war natürlich sofort damit einverstanden.
Und so packte ich schon wieder meine 7 Sachen ein, die
ich einen Tag vorher in mein neues Zimmer eingeräumt hatteJ
Letzten Sonntag starteten wir gegen Mittag unsere Reise
und unser erstes Ziel hieß Mbamba Bay. Abends angekommen machten wir noch einen
kleinen Abendspaziergang an den wunderschönen Strand. Am Montagmittag stand
dann das Malariaaufklärungsprogramm von 5 verschiedenen Schulen auf dem
Programm. Die Schüler wurden über Malaria abgefragt und nochmals aufgeklärt.
Auch hatten die Lehrer in den letzten Monaten die Aufgabe bekommen mit ihnen
Lieder und Tänze einzustudieren, die Informationen über die Krankheit
beinhalten sollten. Diese führten die Kinder mit großem Erfolg auf. Zum Schluss
verteilten und verkauften wir noch einige Moskitonetze an die Schüler. Denn
nicht jede Familie oder jedes Kind hat ein Netz. Wenn die Familien eines haben
verwenden es oftmals die Eltern. Dabei ist es viel wichtiger die Kinder zu
schützen als die Eltern. Die Eltern haben ein besseres Immunsystem als die
Kleinen und sind meistens schon immun gegen Malaria bzw. haben mit den Jahren
Abwehrkräfte entwickelt. Zwar werden auch Netze in Krankenhäusern verkauft
oder vom Staat verteilt, allerdings sind diese viel zu teuer für die Familien.
Die Netze, die wir dabei hatten, haben
wir zum Teil verschenkt oder für ganz wenig Geld verkauft.
Es war ein riesen Ansturm vorhanden und da wir nicht für
jeden eines hatten pickten wir die Jüngsten heraus und verkauften ihnen eines. Das
war hart. Es gingen trotzdass wir so viele Netze dabei hatten so viele Kinder
leer aus!!! Ihre traurigen Blicke sehe ich immer noch vor mir als die letzten
Netze ausgeteilt waren und sie diejenigen waren die keine erhalten haben.
Eine kleine Aufmunterung und Ablenkung für mich war das
Schwimmen im See, der einen ziemlichen Wellengang an diesem Tag hatte.
Unsere Reise ging am Dienstagfrüh weiter am Malawi See
entlang über Mango bis nach Lituhi. Wir hielten an diversen kleinen
Outbackstationen an. Ich erfuhr, dass die meisten Patienten wegen Malaria
kommen, um sich behandeln zu lassen und Medikamente zu bekommen.
Das
Krankenhaus in Lituhi
Die Renovierungsarbeiten sind in vollem Gange. Die neue
Kinderstation ist fertig. Sehr schön, allerdings fehlen hier auch noch die
Moskitonetze!!! Bei den meisten kranken Kindern heißt auch hier die Diagnose
Malaria. Es ist sehr auffällig, dass die meisten Menschen hier mit Malaria zu
kämpfen haben. Aber trotzdem wollen sie sich keine Netze kaufen, sondern warten
bis sie welche geschenkt bekommen. Wie schon oben erwähnt kommt meistens noch
hinzu, dass die Kinder keine bekommen, sondern die Eltern die Netze für sich
verwenden. Auch kommt es vor, dass sie die Netze für andere Zwecke missbrauchen
z.B. als Schutz für ihren kleinen Gemüsegarten oder als Hühnergehege. Mir war
das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, als ich das mit eigenen Augen sah. Ich
konnte es nicht fassen.
In Lituhi schaute ich am Mittwoch dem neuen Arzt bei
seiner Visite auf der Kinderstation über die Schulter. Danach war ich nicht
vorbereitet auf das Kommende. Es war Mittwoch! D.h. es kommen die HIV positiven
Patienten zur Kontrolle ins Krankenhaus. Außerdem erhalten sie neue
Medikamente. Die meisten waren junge Mädels oder Frauen im Alter zwischen
14-35.
Ich kann jetzt nur sagen BITTE AUFPASSEN!!! Damit ist
wirklich nicht zu spaßen! Ich habe jetzt immer noch das kleine 14-jährige
Mädchen vor Augen. Mir fehlen die Worte!!
Donnerstags fahren wir in andere umliegende Dörfer,
halten Malariavorträge, schauen uns die Tänze der Schüler an und verteilen
Netze. Allerdings hält sich hier der Ansturm in Grenzen. Die Leute wollen bzw.
können das wenige Geld für die Netze nicht aufbringen.
Am Freitag machen
wir uns dann schon früh auf Richtung Songea, da Susanne heute abreist und von
Songea aus fliegt. Raphael hat noch einiges in Songea zu erledigen. Nun habe
ich etwas Zeit und kann mir Songea anschauen und über den Markt schlendern.
Abends kommen wir müde von dem vielen Autofahren in
Litembo an.
Samstag war ausruhen angesagt.
Heute habe ich schon wieder einiges erlebt. Ich war mit
dem Pfarrer von Litembo etwas außerhalb in einem anderen Dorf und habe bei der
Kommunion gleichzeitig auch bei Taufen zugeschaut. Die feiern diese Feste noch
größer als wir. Die Familie investiert sehr viel Geld in die Kleider ihrer
Mädels. Ähneln unseren Brautkleidern. Auch tragen die Mädels einen Schleier
oder haben kleine Hüte auf. Darunter haben auch noch viele eine Perücke an. Sie
sehen aus wie kleine Bräute. Die Jungs tragen ganz normal einen Anzug. Nach der
Kirche werden alle reichlich beschenkt. Ganze Autos sind bis obenhin mit
Geschenken vollbepackt für nur ein Kind! Es werden Betten, Fahrräder,
Mikrowellen, Stoffe, Kochtöpfe/ Küchenutensilien, Säcke mit Reis… verschenkt.
Kurz gesagt, es ist wirklich ein riesen großes Fest!!!
Mein
erster Arbeitstag
Um 8:00 Uhr ging es dann heute los!! Zuerst wurde ich dem
gesamten Klinikpersonal vorgestellt, bei einer ihrer Besprechungen. Dann ging
es auch bald weiter auf die Kinderstation. Ich sollte gleich schon einem Kind einen Zugang legen. Das wollte ich natürlich
nicht gleich machen. Und so half ich bei der Visite. Auch hieß hier bei den
meisten Kindern die Diagnose Malaria. Heute war auch der Tag des „fliegenden Wechsels“.
Es gingen einige Patienten und natürlich kamen auch wieder einige. Ansonsten
habe ich heute erst mal überall zugeschaut und assistiert. Nach dem Mittagessen
half ich dann Raphael im Büro. Er gab mir für die Einarbeitung erst mal viel Infomaterial
über das Krankenhaus zu lesen, damit ich dann später darüber berichten kann.
Also heißt es jetzt für mich viel lesen, damit ich möglichst bald loslegen
kann.
(weitere Bilder folgen wenn ich besseren Empfang habe)
Donnerstag, 15. September 2011
Nach der ersten Woche
Hey alle zusammen,
mir geht`s super!! Hoffe euch auch!! Bin
schon ordentlich braun gebrannt von der Hitze hier!! Aber ihr werdet es kaum
glauben gestern hat es hier ordentlich gewittert!!! Hätte ich nie gedacht dass
es während der kleinen Regenzeit auf einmal so das regnen anfängt. Aber nach
zwei Stunden war der auch wieder vorbei und die alltägliche Hitze war wieder
da!!
Sind gestern Abend von der Safari
total erschöpft heim gekommen!!!Es war unbeschreiblich!! Mir fehlen die Worte!!!
Wir waren noch nicht mal im Nikumi Park drin da sind schon die Affen, die
Giraffen, die Antilopen über die Straße gelaufen!! Im Park selber haben wir
dann noch Büffel, Elefanten, ein faules Rudel Löwen, die sich von unserem Auto gehupe
nicht haben stören lassen gesehen. Beeindruckend!! Die Nilpferde haben sich,
ähnlich wie die Löwen, faul im Wasser gebadet, sodass wir sie leider kaum sehen
konnten!!
Dafür waren die Elefanten sehr zahlreich und sehr, sehr nah!!
Giraffen sind gar nicht so groß wie ich immer dachte :-)
Am Strand waren wir auch schon aber
leider viel, viel zu kurz!! Zum
Schwimmen hat die Zeit leider nicht gereicht! Aber das werden wir hoffentlich
am Samstag dann machen!
Hier ist das Gästehaus von den Erlöserschwestern zu sehen,
indem wir zwei Wochen lang Sprachkurs haben. Ähnelt sehr einer Villa!! Bisher
leben wir noch sehr abgeschottet (durch eine hohe Mauer) von den Einheimischen!!
Das wird sich aber nächste Woche ändern, wenn wir in unseren Projekten
sind!!Aber zur Eingewöhnung ist dieses
Haus perfekt!!Die Schwestern bekochen
uns hier richtig gut!!ich fühle mich gut aufgehoben und sicher!!
Ich melde mich bald wieder
Viele liebe Grüße
Nele
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